Entwicklung: Brutpflege bei Lurchen

Kammolchei
Larve des Kammolchs (Triturus cristatus).
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©2004 Tanja Keßels.
Sonntagsspaziergang. Sie kommen an einem kleinen Teich vorbei. Im Wasser dümpeln Laichballen. Von den Erzeugern derselben weit und breit keine Spur. Brutpflege bei Lurchen (Wörterbuch): Eine Lachnummer?

Nicht ganz. Bereits in den Bemerkungen zur interner Link Entwicklung der Lurche war vom interner Link Alpensalamander die Rede, der voll entwickelte Junge zur Welt bringt. Bis zu ihrer Geburt werden die Larven und Jungtiere des interner Link Alpensalamanders im Eileiter vom Muttertier versorgt.

Die interner Link Geburtshelferkröte trägt die befruchteten Eier um den Hinterleib geschlungen an Land mit sich herum. Genauer gesagt: Die Männchen kümmern sich um ihren Nachwuchs. Erst zum Schlüpfen suchen sie das Wasser auf. Die Larven und Jungtiere werden dann sich selbst überlassen. Das passt ins Bild vom Mann, der nur dahinter her ist, die Weitergabe seiner Gene sicher zu stellen. Danach die Sintflut...

Noch interessanter wird es in den Urwäldern Mittel- und Südamerikas. Auch hier leben Froschlurche (Wörterbuch), die ihre Eier an Land mit sich herum tragen. Der Venezuela-Baumsteiger (Colostetus trinitatis) z.B. legt seine Eier am Boden unter Laub ab. Nach dem Schlupf nehmen die Männchen den Nachwuchs auf den Rücken und tragen ihn ins Wasser. Andere Arten behalten die Kaulquappen auf dem Rücken bis die Metamorphose (Wörterbuch). abgeschlossen ist.

Kammolchei
Larve des Kammolchs.
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©2004 Tanja Keßels.
Wieder andere Vertreter in dieser Region legen ihre Eier in die Blattrosetten baumbewohnender Epiphyten ab. In den kleinen Pflanzentrichtern sammelt sich Regenwasser, in dem sich die Eier und Larven entwickeln. Das klappt nur, weil die Kaulquappen von ihrer Mutter regelmäßig mit frischem Futter versorgt werden: Eier. Alle paar Tage kommt das Muttertier vorbei und legt neue Eier in den Trichter. Manche Arten produzieren extra zu diesem Zweck unbefruchtete Nähreier.

Das Problem, mit dem alle Lurche (Wörterbuch) an Land extrem zu kämpfen haben, ist die Gefahr der Austrocknung. Ganz besonders empfindlich in dieser Beziehung sind Eier und Larven. Und ganz besonders sind die Strategien der Amphibien, dieser Gefahr zu begegnen. Die Männchen des Darwin-Nasenfrosches (Rhinoderma darwinii) aus Chile zum Beispiel nehmen die Eier nach der Ablage in ihre Schallblase auf. Erst die fertigen Frösche entsteigen schließlich Papas Maul.
Einen der oberen Plätze auf der Skala der innovativsten Entwicklungen in Sachen Eier- und Larvenschutz nimmt aber sicher der australische Magenbrütende Frosch (Rheobatrachus silus) ein. Oder besser gesagt: Er nahm eine heraus ragende Stellung ein. Denn er ist - nur 9 Jahre nach seiner Entdeckung - 1984 ausgestorben. Das Weibchen des Magenbrütenden Frosches verschluckte die befruchteten Einer und spuckte die fertigen Jungfrösche knapp 2 Monate später wieder aus.
Ebenfalls einen Innovationspreis würde der Wabenkröte (Pipa pipa) aus Südamerika zustehen. Das Weibchen dieser Art nimmt die befruchteten Eier in spezielle Strukturen der Rückenhaut auf und entlässt bereits gut entwickelte Kaulquappen ins Wasser. Nach 4 bis 5 Monaten!
Ähnlich macht es der Beutelfrosch (Hyla marsupiata). Mehr als 100 Eir werden vom Weibchen in einer Hautfalte auf dem Rücken verstaut. Erst nach dem Schlüpfen werden die Larven ins Wasser entlassen.

Weiterführende Links

  • Das nächste Kapitel in der geführten Tour: interner Link Körperbau.
  • Die ganze Geschichte des Magenbrütenden Frosches und andere Besonderheiten finden sie auf den Seiten von externer Link Axel Kwet.
  • Eine sehr anschauliche Abhandlung zur Wabenkröte finden sie auf externer Link erdkröte.de .